Das Mannschaftsfinale der Frauen, leider ohne deutsche Beteiligung, wurde zu einem wahren Turnkrimi zwischen den Teams der USA und aus China. Lagen die Chinesinnen vor dem letzten Gerät, dem Boden, noch mit 1/10 Punkten in Führung, machte ein Sturz einer Chinesin beim gebückten Doppelsalto alle Goldhoffnungen der Titelverteidigerinnen zu nichte. Die US-Girls mussten nur noch routiniert ihre Bodenübungen durchturnen, um nach 2003 wieder nach Mannschafts-Gold zu greifen.
Nach der kurzen "Flower Ceremony" statteten wir dem Kinder-Turncamp noch einen kurzen Besuch ab, um anschließend das nicht weit entfernt liegende Übernachtungsquartier beim VfL Stuttgart-Wangen anzusteuern. Nachdem die Luftmatrazen aufgepumpt und die Schlafsäcke ausgerollt waren, fuhren wir abends mit der Stadtbahn in die Innenstadt, um der eigentlichen Siegerehrung auf der "Medal Plaza" beizuwohnen. Ein kurzer Bummel über das "Stuttgarter Weindorf" und anschließend ging es wieder zurück ins Quartier. Nach einem reichhaltigen Abendessen im Vereinslokal und für manche etwas kurzen Nacht (Mädels-Gequassel oder der Trollinger war schuld), erwartete uns ein liebevoll hergerichtetes und reichhaltiges Frühstücksbüffet inkl. verschiedener Tageszeitungen. Besser als in manchem Sterne-Hotel. So ließ sich der Tag gut angehen.
Da der Wettkampfbeginn für das Männer-Teamfinale erst nachmittags um 14 Uhr war, entschied wir uns zu einem Besuch der Shopping-Meile von Stuttgart. Die jüngeren Mädels gingen zusammen mit ihren Mamas in die Wilhelma. Am Nachmittag dann der Wahnsinnswettkampf mit dem Turn-Team Deutschland um ihren Star Fabian Hambüchen. Die 7000 Zuschauer in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle peitschten die deutsche Nationalriege förmlich vom letzten Platz nach den beiden ersten Geräten auf einen am Ende nie für möglich gehaltenen dritten Platz und somit zum Gewinn der Bronzemedaille. Nach 16 Jahren endlich wieder eine Mannschaftsmedaille bei Weltmeisterschaften für die Männer.
Mit dieser tollen Stimmung aus der Halle ging es dann am frühen Abend wieder auf die Heimreise. Zwei schöne Tage in Stuttgart waren es allemal. An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an die Herren Rolf Jänig und Norbert Klotz samt ihren Helfern von VfL Stuttgart-Wangen, die sich viel Mühe gemacht haben, um unseren Aufenthalt bei der Turn-WM so angenehm wie möglich zu machen. Der schwäbischen Gastfreundlichkeit wurden sie mehr als gerecht und bestätigten einmal mehr, dass Stuttgart die heimliche Sporthauptstadt der Welt ist.
...und unser Turnnachwuchs verfolgte die WM gemütlich daheim bei Kaba und Keksen vor dem Fernseher.

















